CDU Samtgemeinde Harpstedt

Das Dach ist einsturzgefährdet

Gutachten zu Turn- und Schwimmhalle enthält Hiobsbotschaft / Sanierung in zwei Abschnitten

HARPSTEDT (boh) Auf dem Dach liegt kein Schnee mehr; also kann die Sperrung der Delmeschulturnhalle ganz schnell wieder aufgehoben werden? Schön wär‘s, aber dieser von Flecken-Altbürgermeister Hermann Bokelmann erdachte Plan geht nicht auf. Das statische Gutachten, das der Verwaltung im Amtshof am Mittwoch auf den Tisch flatterte, lässt nicht den geringsten Zweifel daran, dass die Schließung von Lehrschwimmbecken und Turnhalle dringend geboten war – und immer noch ist: Es besteht Einsturzgefahr.

„Die zum Zeitpunkt der Begehung festgestellten Schäden beeinflussen die Tragsicherheit. Die mittragende Dachhaut ist im Bereich des gesamten Schwimmbades geschädigt. In Teilbereichen ist die Schädigung der Dachelemente so weit fortgeschritten, dass die Tragsicherheit dieser Bauteile nicht mehr gewährleistet ist. Die Dacheindeckung ist zu entfernen und zu erneuern“, zieht die mit der statischen Prüfung beauftragte „Professor Bellmer Ingenieurgruppe“ aus Bremen ein ernüchterndes Fazit und empfiehlt dringend, „die Schließung bis zur vollständigen Instandsetzung aller Bauteile beizubehalten.“

Ausdrücklich geben die Fachleute auch nicht Entwarnung für die Sporthalle. „Im Hinblick darauf, dass es sich bei allen Gebäudeteilen dieses Gebäudekomplexes um eine Dachkonstruktion gleicher Bauart und mit gleichem Schadenbild (Durchfeuchtungen im Bereich der Geräteräume, Durchrostungen und Durchfeuchtungen im Bereich der Umkleiden) handelt, ist davon auszugehen, dass die Dachkonstruktion der Turnhalle und Umkleideräume gleiche Schäden mit einem ähnlichen Schädigungsgrad aufweisen“, heißt es wörtlich in der Zusammenfassung der Ergebnisse.

Erschreckende Fotos von korrodierten Teilen belegen die Expertise. Die Fachleute hatten die Dachhaut an mehreren Stellen geöffnet. Auf einem von oben geschossenen Foto sind durch ein Loch sogar die Bodenfliesen der Schwimmhalle zu erkennen!

Der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss bekam die Hiobsbotschaft am Donnerstag von der Verwaltung mitgeteilt. „Nicht wegreißen, sondern sanieren“, fasste Bürgermeister Uwe Cordes die Quintessenz der Sitzung gestern in einem Pressegespräch zusammen. Allerdings lässt sich die Maßnahme nicht in nur einem Haushaltsjahr schultern. Die Samtgemeinde hat eine Splittung anvisiert: Danach soll die Turnhalle 2011 angegangen werden und könnte nach Cordes‘ Einschätzung bis zum Jahresende wieder nutzbar sein. Allein diese Maßnahme, die in erster Linie die Erneuerung des Daches umfasst, werde womöglich etwas weniger als eine halbe Million Euro verschlingen. „Das“, so betont der Verwaltungschef, „ist aber nur eine ganz grobe Schätzung.“ Die Verwaltung soll in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 10. März erste Zahlen zu den Kosten vorlegen.

Erheblich länger warten müssen die Bürger auf die Wiedereröffnung der Schwimmhalle. „Wir versuchen sie 2012 zu sanieren“, fasste Cordes den momentanen Stand der Dinge zusammen. Dieser zweite Bauabschnitt wird deutlich teurer als der erste kommen, denn an der Schwimmhalle besteht weit mehr Sanierungsbedarf. Daher ist über die Zukunft des Lehrschwimmbeckens das letzte Wort mit Sicherheit noch lange nicht gesprochen. Auf eine schnelle Sanierung der Turnhalle dürfen Vereine, Schule und Bürger schon eher hoffen – die nahende Kommunalwahl könnte ihnen in die Karten spielen.

Dass Uwe Cordes eine Anfrage Hermann Bokelmanns, warum die Sperrung der Turnhalle noch nicht aufgehoben worden sei, nicht sofort beantwortete, erklärt sich nun von selbst. Die Verwaltung hat ganz bewusst das Ergebnis der statischen Prüfung abgewartet.