CDU-Delegation des Flecken Harpstedt ließ Markus Pieper nach einem halben Jahr in der Samtgemeinde-Jugendpflege ein erstes Fazit ziehen
Im Vergleich mit seiner früheren Sozialarbeit in einer Bremer Notunterkunft für obdachlose Drogenabhängige mutet der neue Job in der „JuH“, wie die Jugendpflege mittlerweile kurz und knackig heißt, wie ein Stück heile Welt an. Pieper erzählte seiner neuen Klientel, was er elf Jahre lang in einem schwierigen Umfeld in Oberneuland so alles gesehen und erlebt hat. Auch durch diese Gespräche gelang es ihm, schnell Zugang zu den jungen Leuten zu finden und einen „guten Draht“ zu ihnen aufzubauen. Wer in der „JuH“ betreut werde, wollte Ivonne Geppert wissen. Der so genannte „Offene Treff“ könne von allen Jungen und Mädchen ab zehn Jahren genutzt werden, erfuhren die Besucher. Auch die besondere, fast schon familiäre Atmosphäre brachten Jugendpflegerin Annelen Voß und ihr Kollege Markus Pieper zur Sprache. Für viele Teenager sei die „JuH“ gewissermaßen das zweite Elternhaus. Hier träfen sie sich mit Freunden. Hier verbrächten sie beim Kickern, Billard oder auch Tischtennis Freizeit mitein-ander. Das Internet, so erfuhren die Gäste, ist in der Einrichtung durchaus ein großes Thema. Die Jugendlichen surfen im Web, recherchieren für die Hausaufgaben oder amüsieren sich bei Spielen. Alle Rechner sind mit einer professionellen Jugendschutz-Software geschützt. Die Mitarbeiter kommen trotzdem nicht umhin, die jungen PC-Nutzer im Auge zu behalten und auf einen vernünftigen, jugendgerechten Umgang zu achten. Bei den Computern handelt es sich teils um ausrangierte Geräte der Schule. „Einen neuen Billardtisch könnten wir schon gebrauchen. Bei dem alten sind die Ecken abgeplatzt“, erwiderte Markus Pieper auf die Frage von Stefan Wachholder nach den Wünschen der Jugendpflege. „Wir gehen mit den gespendeten Sachen sehr sorgsam um“, versicherte Annelen Voß – und deutete auf teilweise schon 30 Jahre alte Schränke. Der Etat der Jugendpflege, müsse, so hieß es weiter, ebenfalls für die „Happy Kids“ reichen, da es für die nachschulisch betreuten Grundschüler kein eigenes Budget gebe. Der Hort beinhaltet auch eine Hausaufgabenbetreuung. Die „Kids“ bekommen auf Wunsch und gegen Aufpreis zusätzlich ein Mittagessen. Trotz der moderaten Gebühren können es sich nicht alle Familien leisten, ihre Kinder in der Delmeschule nachschulisch betreuen und dort mit einer warmen Mahlzeit beköstigen zu lassen. Wichtiger, als der Jugendpflege Wünsche zu erfüllen, sei es daher, den betreffenden Eltern zu helfen – in diesem Punkt waren sich Markus Pieper und Annelen Voß einig.