Biogas: CDU bleibt ihrer Linie treu
Eine etwa 1,8 Kilometer lange Gasleitung soll zum Freibad verlegt und dort ein zusätzliches Blockheizkraftwerk errichtet werden. Außerdem bedarf es einer über einen Kilometer langen Fernwärmeleitung, damit neben der Badeanstalt auch Liegenschaften wie Schulen und Sportstätten beheizt werden können. Unterdükerungen der Delme und der Ortsdurchfahrt sind nötig. Eiskamp weiß um die damit verbundenen technischen Herausforderungen. Er wird die Kosten für alle nötigen baulichen Maßnahmen selbst tragen.
Die CDU wollte im Vorfeld der Fleckenratssitzung am Montag noch einmal bekräftigen, dass sie zusammen mit der HBL zu der Sondergebietsausweisung steht, die Eiskamp die Verdoppelung der elektrischen Leistung seiner Anlage auf 1000 Kilowatt (kW) ermöglichen soll, ergibt sich dadurch für Samtgemeinde doch die Chance, einen hohen fünfstelligen Betrag an Heizkosten einzusparen. In einer ganz groben Schätzung während des Ortstermins war von „etwa 60000 Euro“ die Rede.
Das Für und Wider der Energiegewinnung aus Biomasse und des Sondergebietes ist nach Ansicht der Union hinreichend diskutiert. „Es gibt keine neue Erkenntnisse“, konstatierte Klaus-Dieter Westphal.
„Nur gegen Atomenergie zu demonstrieren, bringt nichts. Man muss auch Alternativen schaffen“, äußerte sich Marco Roreger.
„Ich denke, dass auch die Energiegewinnung aus Biomasse eine Übergangsenergie für einen bestimmten Zeitraum ist“, sagte Westphal.
Das Biogas, das Eiskamps Anlage produziert, enthält etwa 52 Prozent Methan (Erdgas), knapp 48 Prozent Kohlendioxid (CO2) und einen geringen Schwefelanteil. Das freigesetzte CO2 hat der Mais zuvor – bis zur Ernte – im Zuge der Assimilation aufgenommen. Dabei produzierten die Pflanzen, so Eiskamp, auf einem Hektar in etwa so viel Sauerstoff „wie ein Hektar Buchenwald“.
Im Zuge der Sondergebietsausweisung soll lediglich die Gasmenge aus der Biogasanlage auf maximal 4,5 Millionen Kubikmeter begrenzt werden, nicht hingegen die Strommenge. Unter anderem wegen der schwankenden Erdgas-Gehalte im Biogas macht dies nach Einschätzung Eiskamps Sinn: „Bei 52 Prozent Methan-Anteil und einem Megawatt Leistung komme ich auf ungefähr 4,5 Millionen Kubikmeter.“
Der Landwirt widersprach dem Vorwurf, er habe Fermenter, Nachgärer und Endlager von vornherein nicht für die jetzige elektrische Leistung, sondern größer dimensioniert. Laut Herstellerfirma „MT-Energie“ seien die Gärbehälter für 500 kW ausgelegt. „Das Unternehmen hat allerdings bestätigt, dass auch ein Megawatt herauszuholen ist“, sagte Eiskamp. Für mehr Leistung müsse er eben häufiger Substrat einbringen oder eine schneller vergärende Energiepflanze (wie die Zuckerrübe) einsetzen. Eiskamp hat Verträge mit Landwirten in der Umgebung abgeschlossen, die für ihn Mais anbauen. Bei Verdoppelung der elektrischen Leistung müsse er seine Silageplatte nicht vergrößern, sondern nur in voller Länge ausschöpfen. Zudem werde der Silagehaufen etwa einen Meter höher. Neben Mais bringt der Landwirt zu einem kleineren Anteil Wickroggen, eine Mischung aus Roggen und Wicken, ein; 30 Hektar werden in Kürze abgeerntet. Daraus ließen sich ähnliche Mengen Biogas wie aus Mais gewinnen. Die Wirtschaftlichkeit sei aber wegen höherer Erntekosten schlechter.