Colnrade / Anne Wilkens-Lindemann behält erneut die Oberhand
COLNRADE Zum zweiten Mal binnen fünf Jahren hat sich Anne Wilkens-Lindemann gestern in einer Bürgermeisterwahl des Colnrader Rates
gegen Frank Windhorst als weiteren Kandidaten durchsetzen können. In geheimer Wahl votierten sechs Ratsmitglieder für sie. Drei stimmten – wie 2006 – für Windhorst. Damit bleibt die Bürgermeisterin in Amt und Würden.
In nur 29 Minuten war die komplette konstituierende Sitzung „gegessen“. Da eine Kampfabstimmung anstand, verfolgten rund 30 Einwohner den Verlauf im Dorfgemeinschaftshaus.
Klaus Karnath schlug Anne Wilkens-Lindemann für das Bürgermeisteramt vor. Gitta Nienaber schickte Frank Windhorst, der bei der Kommunalwahl ein besseres Ergebnis als die Amtsinhaberin erzielt hatte, ins Rennen und beantragte geheime Wahl. Nachdem das Ergebnis feststand, äußerte die alte und neue Bürgermeisterin die Hoffnung, dass der Rat in den kommenden fünf Jahren wiederum gut zusammenarbeiten und im Wesentlichen eine „Einigkeit hinbekommen“ möge.
Klaus Karnath bleibt stellvertretender Bürgermeister. Er konnte sich über ein einstimmiges Votum freuen. Die Aufgaben des aus dem Rat ausgeschiedenen Holtorfers Wilhelm Bruns, der bislang als weiterer gleichberechtigter stellvertretender Bürgermeister fungierte, nimmt nun Hans-Ulrich Otto aus Austen wahr. Für ihn stimmten sechs Ratsmitglieder. Beide Stellvertreter wählte der Rat in offener Abstimmung.
Die Gemeinde Colnrade kommt auch künftig ohne Fachausschüsse und Verwaltungsausschuss aus. Der Rat gab sich eine Geschäftsordnung.
Als ihren Vertreter in Verwaltungsangelegenheiten schlug Anne Wilkens-Lindemann Klaus Karnath vor. Frank Windhorst wollte mit Hans-Ulrich Otto einen Gegenkandidaten benennen. Das Vorschlagsrecht liege bei der Bürgermeisterin, intervenierte Ingo Fichter, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. Also stimmte der Rat offen über die Berufung Karnaths ab, der acht Stimme erhielt. Einzig Windhorst votierte gegen ihn. Der Verwaltungsvertreter legte einen Diensteid ab und bekam eine Ernennungsurkunde überreicht.
Mit einer interessanten Frage sah sich der Rat in der Einwohnerfragestunde konfrontiert: Da auf Nachrücker mangels Ersatzpersonen nicht zurückgegriffen werden kann, wollte ein Zuhörer wissen, wie viele Ratsmitglieder wegziehen dürften, ehe die Beschlussfähigkeit nicht mehr gegeben wäre. Die Mehrheit der Mitglieder müsse anwesend sein, erwiderte Ingo Fichter – will heißen: mindestens fünf von neun. Vier Umzügler, die aus dem Gemeindeparlament ausscheiden, könnte Colnrade also gerade noch verkraften, vorausgesetzt, die übrigen Vertreter nehmen eisern an den Sitzungen teil...