Simmerhausen - „Trinkwasser ist unser höchstes Gut. Ohne Trinkwasser gibt es kein Gewerbegebiet. Aber wir haben keinen Trinkwassernotstand, denn es gibt noch genügend Förderreserven.“ Mit diesen Worten erteilte Hans-H. Hubmann, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag, dem Antrag des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), die Wasserförderung in der Region nördlich von Wildeshausen um eine Million Kubikmeter zu erhöhen, eine Absage.
Informierten sich im Gewerbegebiet Simmerhausen: Peter Schröder (mit Weste) erläuterte den CDU-Vertretern die Situation der Firma Remondis.Die CDU-Kreistagsfraktion hatte sich am Freitag gemeinsam mit der CDU-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Harpstedt im Industriegebiet Simmerhausen informiert. Prinzhöftes Bürgermeister Herwig Wöbse (CDU) befürchtet, dass mit der Ausweitung der Wasserförderung auch das bisherige Wasserschutzgebiet vergrößert wird. Damit käme das Gewerbegebiet komplett in den Schutzbereich, der höhere Bauauflagen nach sich ziehe. Das hätte für die dort ansässigen Unternehmen schwer wiegende Folgen. 250 Arbeitsplätze wären eventuell gefährdet.
Peter Schröder, Niederlassungsleiter von Remondis, begrüßte die Gäste. Wöbse schilderte nach einem Rundgang über das Betriebsgelände den Stand der Dinge. Der Antrag des OOWV sieht eine Fördermenge von 5,5 Mio. Kubikmeter – statt bisher 4,5 Mio. vor. Das hätte zur Folge, dass ein Hektar des Industriegebietes auf der Fläche der Spedition Vossmann im Wasserschutzbereich liegen würden. Schröder (Remondis): „Unsere Genehmigung erstreckt sich auf Lagerung und Sortierung von Abfall und wird sicherlich nicht angetastet. Wir fürchten aber Mehrauflagen hinsichtlich der Oberflächenentwässerung, was kostenintensiv ist. Eine Anlage, wie wir sie führen, würde nicht in einem Wasserschutzgebiet genehmigt werden.“
Zum Firmenverbund in Simmerhausen gehört auch die Firma Waden, Europas größter Eierschälbetrieb, wie Geschäftsführer Alois Pundt darstellte. „Der Betrieb verfügt über eine eigene Brunnenanlage, die bis 2016 genehmigt ist“, erklärte Stephanie Rykena, bei Waden zuständig für das Qualitätsmanagement. Bei Ausweitung des Wasserschutzgebiets rechnet Waden damit, keine neue Genehmigung für den Brunnen zu erhalten. „Das muss mit Macht auf den Tisch“, erklärte Hubmann und versprach schnell einen Kontakt zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises (WLO) herzustellen.