CDU Samtgemeinde Harpstedt

Samtgemeinderatsvorsitzender Heiner Cordes blickt zufrieden auf die Ratsperiode zurück

„In fairen Debatten viel erreicht“

HARPSTEDT/KIRCHSEELTE · Mit 70 sei es so langsam an der Zeit, „den Absprung zu schaffen“ und „jüngeren Nachwuchskräften Platz zu machen“, sagt Heiner Cordes aus Klosterseelte.

Heiner CordesHeiner Cordes

Der Christdemokrat blickt auf 30 Jahre Ratsarbeit und zieht sich im Herbst aus der Kommunalpolitik zurück. Sowohl in seiner Heimatgemeinde Kirchseelte als auch in der Samtgemeinde Harpstedt bewirbt er sich nicht noch einmal um ein politisches Mandat. Sein Sohn Thorsten kandidiert indes auf der CDU-Liste für den Kirchseelter Rat.

Ungezählte Stunden hat der im Ruhestand lebende Versicherungsfachmann in Fraktions-, Ausschuss- und Ratssitzungen verbracht, aber in besonders guter Erinnerung wird Heiner Cordes nach eigenem Bekunden für „den Rest meines Lebens“ die aktuelle – zu Ende gehende – Ratsperiode bleiben. „Früher sind in den Samtgemeindegremien oft heftige Debatten geführt worden, auch solche, die nichts gebracht haben“, erinnert er sich. „In den vergangenen Jahren gab es hingegen zwar auch mal harte Worte, aber das hielt sich alles im Rahmen.“

Cordes hat es als Ehre empfunden, dass er seit 2006 als Ratsvorsitzender die Samtgemeinderatssitzungen leiten darf. Die Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre könnten sich sehen lassen. Viel sei erreicht worden, angefangen von der Sanierung des Umkleidetraktes im Freibad über die Umgestaltung der Harpstedter Grundschulpausenhalle und weitere Maßnahmen an Schulen mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II bis hin zum Neubau des Feuerwehrhauses in Beckeln. Heiner Cordes fällt außerdem die Fahrzeug-Ersatzbeschaffung für die Feuerwehr Harpstedt ein. Oder das erfolgreiche Bemühen um eine Kinderkrippe, die dann letztlich der Flecken Harpstedt „Am kleinen Wege“ in Kombination mit einem Kindergarten realisiert hatte. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) habe der Samtgemeinderat einstimmig befürwortet. Und auch für die Sanierung von Delmeschulturnhalle und Lehrschwimmbecken seien die Weichen gestellt.

Cordes verhehlt nicht, dass die Faktionen nicht immer auf einen Nenner gekommen sind, so etwa in der Frage der Sondergebietsausweisung, die Frieder Eiskamp eine Leistungsverdoppelung seiner Biogasanlage auf dem „Dreiangel“ ermöglichen und der Samtgemeinde kostengünstige Wärmeenergie bescheren soll. Gleichwohl sei in der zu Ende gehenden Ratsperiode „nicht am Thema vorbei diskutiert“ in vielen Punkten auch über Fraktionsgrenzen hinweg Einvernehmen erzielt worden.

Cordes war es ein Bedürfnis, den fairen Umgang miteinander jüngst im Samtgemeinderat lobend zu erwähnen und dafür zu danken. Im Kirchseelter Rat hat sich das Klima nach seiner Einschätzung ebenfalls deutlich verbessert. Der Ratsherr entsinnt sich noch gut an manches verbale „Gebeiße“ früherer Tage. Er wünscht sich, dass die neue Sachlichkeit und der „gute Geist“ erhalten bleiben.

Während seiner Mitarbeit im Samtgemeinderat (seit 1981) gehörte Cordes lange auch dem Samtgemeindeausschuss an. Er hat abwechselnd in allen Fachausschüssen mitgearbeitet. Nach dem Ausscheiden von Helmut Sündermann fungierte er von 1988 bis 1991 als zweiter stellvertretender Samtgemeindebürgermeister. Die kommunalpolitischen Aufgaben hat er nie nur als Pflicht empfunden. „Sie haben mir auch Spaß gemacht, und ich bekam dabei zugleich viele Einblicke in die Mitgliedskommunen“, resümiert der 70-Jährige. Während seiner Zeit im Rat Kirchseelte – von 1981 bis 1991 und von 1996 bis heute – saß er stets auch im Verwaltungsausschuss, entweder als Bürgermeister (von 1998 bis 2001) oder als Stellvertreter. · boh