CDU Samtgemeinde Harpstedt

CDU schaut sich Schäden am Planschbecken an / Klaus Viehmeier präsentiert einen ersten Sanierungsvorschlag

„Wanne“ aus Kunststoff einbauen?

 Harpstedt - Von Jürgen BohlkenDie Gäste des Rosenfreibades schauen auf einen großen Zaun, der das Planschbecken umgibt. Ein flüchtiger Blick reicht allerdings nicht, um einen plausiblen Grund für die Sperrung zu erkennen. Erst bei genauer Betrachtung des Beckenkopfes fallen viele kleine Schäden an Fliesen auf. Stellen, an denen die Oberfläche abgeplatzt ist und die daher das Risiko von Schnittwunden in sich bergen.
Zusammen mit Ingo Fichter (hinten, 2.v.l.) und Klaus Viehmeier (hinten, 2.v.r.) aus der Verwaltung begutachteten Marco Roreger, Willi Beneke, Andrea Schmökel, Klaus-Dieter Westphal, Frank Windhorst (hinten, v.l.) sowie Stefan Wachholder, Herwig Wöbse, HarZusammen mit Ingo Fichter (hinten, 2.v.l.) und Klaus Viehmeier (hinten, 2.v.r.) aus der Verwaltung begutachteten Marco Roreger, Willi Beneke, Andrea Schmökel, Klaus-Dieter Westphal, Frank Windhorst (hinten, v.l.) sowie Stefan Wachholder, Herwig Wöbse, Har
 Während eines Ortstermins mit Mitgliedern aus Vorstand und Fraktion der Samtgemeinde-CDU, dem Allgemeinen Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Ingo Fichter, und Klaus Viehmeier aus der Bauverwaltung offenbart sich das Dilemma. „Dort ist es besonders gut zu sehen“, deutet Ratsherr Stefan Wachholder auf eine etwa 40 Zentimeter lange Stelle, an der die Fliesenränder regelrecht zerbröselt sind.

„Die meisten Schäden haben wir beim Reinigen des Beckens festgestellt“, sagt Klaus Viehmeier. Der Wasserstrahl des Hochdruckreinigers brachte die porösen Stellen ans Licht. Ratsmitglied Heino Buchtmann klopft den Beckenboden probeweise ab und vernimmt ein hohl klingendes Geräusch. „Alles Schrott“, lautet sein knapper Kommentar. Fehler waren offenbar schon bei Entstehung des Beckens gemacht worden, deutet Klaus Viehmeier an: „Der Bereich unter der Sohle hätte drainiert werden müssen. Das ist nicht passiert.“

Wegen der Schäden habe die Verwaltung die vorgesehene „Technik-Erneuerung vorerst auf Eis gelegt“, teilt Ingo Fichter mit. Das Planschbecken hätte eigentlich – wie früher – wieder einen eigenen Filter bekommen sollen. Der Haushalt 2013 sieht Mittel dafür vor. Wenn die Samtgemeinde aber eine große Sanierung angehen will, müsse „der Filter zum Becken passen“, gibt Fichter zu bedenken.
 

Wenig Unterhaltungsaufwand über viele Jahre, und das bei möglichst geringem investiven Aufwand – so sähe die optimale Sanierungslösung aus. Viehmeier hat sich bereits Gedanken gemacht und präsentiert der CDU ein erstes Ergebnis seiner Überlegungen. Ihm schwebt der Einbau einer aus Einzelsegmenten gefertigten „Wanne“ aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) vor – „einmal gerade durch“. Das Becken hätte dann noch die Grundflächenform eines einfachen Rechtecks und würde sich nicht unerheblich verkleinern. Etwa zwei Drittel der bisherigen Größe, rund 100 Quadratmeter, blieben übrig. Das sei immer noch genug, finden die Unionspolitiker. Bei der breiten gelben Rutsche hat die Samtgemeinde mit GFK recht gute Erfahrungen gemacht. „Hier müssen wir dann und wann die Stoßnähte nachversiegeln. Ansonsten haben wir aber keinen Wartungsaufwand damit“, berichtet Viehmeier. Ein weiterer Vorteil der Kunststoff-Option: Die schadhaften Fliesen müssten nicht entfernt werden. Die GFK-Wanne könnte den Beckenkopf mit „überdecken“. Eine Kostenschätzung könne er noch nicht präsentieren, bedauert Viehmeier. Er hoffe aber, in der kommenden oder übernächsten Woche „Preise zu kriegen“.

Erst danach macht es eigentlich Sinn, über die Sanierung in den politischen Gremien zu beraten. „Ich habe gehört, dass es am 1. Juli eine Planungsausschusssitzung geben soll. Dort könnten wir das behandeln“, schlägt CDU-Fraktionssprecher Hartmut Post vor. Ingo Fichter vermag den Termin noch nicht zu bestätigen, räumt aber ein: „Vielleicht passt das ja.“

Die Frage, wie die Samtgemeinde die Badegäste für die aufgrund von Frostschäden verspätet gestartete Saison und den Totalausfall des Planschbeckens entschädigen könnte, beschäftigt indes Stefan Wachholder. Sein Vorschlag, den Preis für die Dauerkarten statt Ende bereits Anfang Juli zu halbieren, stößt bei Fichter offenkundig auf wenig Gegenliebe. Diejenigen, die das Planschbecken nutzten, seien im Übrigen nicht die typischen Saisonkarten-Käufer – zu diesem Schluss kommt der Verwaltungs-Vizechef nach ungezählten telefonischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem nicht zur Verfügung stehenden „Baby-Becken“.